MakingOf: Coco

Einer Bearbeitung sieht man ja meist nicht an, welche Arbeitschritte in ihr stecken. So soll das ja auch sein. Aber manchmal ist es ja vielleicht doch itneressant. Darum zeige ich Euch heute mal ein kleines ‚MakingOf‘ eines Bildes. Kein Tutorial, nur ein kleine Erläuterung, was ich so mit dem Foto getrieben habe.

Das Ausgangsbild

 

Model: Coco Foto: Tobias Nutt Bearbeitung: Ich
Original


 
Das ist das Originalbild. Offensichtlich sollte da einiges getan werden 🙂

Bevor man sich in die Arbeit stürzt, sollten aber einige Gedanken daran verschwendet werden, was man am Ende eigentlich mit dem Bild machen will.
Hier muss eindeutig der Hintergrund ausgetauscht werden – der Arm und der langweilige Studiohintergrund sind nicht sonderlich beeindruckend. Dann sind da noch die Beine. Die könnten auch verschwinden und man hängt den Rahmen einfach als Bild an eine beliebige Wand.
Das wollte ich aber nicht. Mir gefällt der Kontrast zwischen ‚Bild‘ und Beinen – den wollte ich erhalten. Der Plan ist also: Rahmen und Beine freistellen, vor einen neuen Hintergrund montieren und einiges an Retusche und Korrekturen durchführen.

 
Dann machen wir das doch.

 

Schritt 1

 

Model: Coco Foto: Tobias Nutt Bearbeitung: Ich
Schritt 1


 
Zunächst waren ein paar Gründsätzliche Dinge zu regeln: das Bild war schief, also wurde es gedreht und dabei der Schnitt enger gemacht. Erste Kontrastverbesserungen.
Und dann ging es an die Retusche. Korrekturen und Retuschen führe ich immer vor irgendwelchen Freistellungen und Montagen aus, noch direkt am Ausgangsmaterial. Dann bin ich unabhängiger und kann die Montage nachträglich leichter ändern, sollte sie mir doch nicht gefallen. Denn die Retusche liegt ja dann schon am Original an und nicht erst an der endgültigen Montage. Im letzteren Fall müsste ich bei einer Änderung nochmal neu retuschieren. Das macht wenig Sinn.

 
Ich hab mich ja dazu entschlossen, die Beine sichtbar zu lassen, weil mir der Kontrast so gut gefällt. Diesen Gegensatz zwischen Oberkörper/ Gesicht und Hosenbeinen habe ich in der Retusche sogar noch herausgearbeitet. Oben herum habe ich eine fast übertrieben Beautyretusche durchgeführt, damit alles im Rahmen fast wie ein Gemälde aussieht. Die Hose habe ich dagegen nur sehr schlicht und dezent bearbeitet, sie sollte eben gerade keinen Hochglanz-Eindruck erwecken.

Durchgeführt habe ich die Retusche mit allerlei Dodge+Burn (erkläre ich ein anderes Mal – einfach danach im Internet suchen…) und Farbanpassungen (das Bodypainting war an einigen Stellen nicht decken – die durchschimmernde Hautfarbe musste beseitigt werden).

 

Schritt 2

 

Model: Coco Foto: Tobias Nutt Bearbeitung: Ich
Schritt 2


 
Nun ging es ans Freistellen. In diesem Fall war dies recht einfach, weil die Kanten sowohl des Bilderrahmens als auch der Hose deutlich und glatt waren.
Danach habe ich mir einen passenden Hintergrund herausgesucht – eine Betonwand – und hinter das Model montiert. Um den räumlichen Eindruck zu erhalten, wurde der Hintergrund noch weichgezeichnet. Schließlich befindet sich die Wand in einigem Abstand zum Model und sollte deshalb leicht unscharf sein. Da muss man immer ein wenig rumprobieren, aber ich mag ja das Spielen mit Unschärfe (auch beim Fotografieren liebe ich Bilder, die einen deutlichen Schärfeverlauf haben – Bilder, die durch und durch scharf sind, gefallen mir meist nicht sonderlich).

 
Was gerne vergessen wird: Menschen und Gegenstände werfen Schatten. Ohne Schatten wirkt ein Bild unlogisch und flach.
Schatten sind oft knifflig, darum versuche ich meist auch bei Montagen, die realen Schatten zu erhalten. Das ging hier nur nicht. Also musste ich künstliche einfügen (entstanden durch eine schwarz eingefärbte und weichgezeichnete Kopie der freigestellten Ebene – im Modus ‚hartes Licht‘ mit reduzierter Deckkraft). Ich finde, sie sehen ganz ok aus.

 

Schritt 3: Endversion

 

Model: Coco Foto: Tobias Nutt Bearbeitung: Ich
Schritt 3: Endversion


 
So, als letztes noch allerlei Anpassungen der Farben, Kontraste und Lichter. Damit das Ganze etwas knalliger und wie aus einem Guß erscheint.

 
So, ich hoffe, der Beitrag war für den Einen oder Anderen hilfreich und inspirierend.

 
Model: Coco
Foto: Tobias Nutt
Bearbeitung: Ich

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